Klassisches Japanisch
Ankündigung
- „Klassisches Japanisch lesen lernen“ von Andreas Mrugalla.
Auszug aus Kapitel 1.1 und Kapitel 1.3
Empfehlenswerte Lehrbücher
- Bruno Lewin: Abriß der japanischen Grammatik
auf der Grundlage
der klassischen Schriftsprache. 3. Auflage Wiesbaden: Harrassowitz, 1990.
815-H-1 - Ikeda Tadashi: Classical Japanese Grammar illustrated
with Texts. Tôkyô: Tôhô Gakkai, 1975.
815-H-9 - Komai Akira u. Thomas H. Rohlich: An Introduction
to Classical Japanese. Tôkyô: Bonjinsha, 1991.
810.24-H-1 - Shirane Haruo: Classical Japanese. A Grammar.
2 Bde. New York: Columbia University Press, 2005.
815-H-10.1 - Shirane Haruo: Classical Japanese Reader and Essential Dictionary. New
York: Columbia University Press, 2007.
815-H-10.3 - John Timothy Wixted: A Handbook to Classical Japanese.
Ithaca, N.Y.: Cornell East Asia Series, 2006.
815-H-12
Wörterbücher und Grammatiken
- 旺文社 全訳古語辞典 第三版
東京 旺文社 2003
813.6-H-3 - 角川 必携古語辞典 全訳版 東京 角川書店 1997
813.6-W-24 - らくらく古典文法 基礎からセンター試験まで
- 荻野文子 新修古典文法 改訂版 東京 京都書房 2005 (ISBN 4-7637-1503-8)
- 小町谷照彦 読解のための新古典文法 東京 東京書籍 2001 (ISBN 4-487-68507-9)
Lewin
Bruno Lewin, ehemals Professor für japanische Sprachwissenschaft an
der Universität Bochum, legte 1959 erstmals seinen Abriß der
japanischen Grammatik vor. In bewußter Anpassung an die japanische
Schulgrammatik wird die klassische Schriftsprache der Heian-Zeit zusammen
mit den Aquivalenten in der modernen Umgangssprache dargestellt.Lewin behandelt
nacheinander Lautlehre, Schriftlehre, Wort- und Formenlehre und Satzlehre.
Innerhalb der Wort- und Formenlehre werden die grammatischen Kategorien
wie Aktiv, Passiv usw. nacheinander behandelt. So werden die Verbalsuffixe
-ru/ -raru einmal unter dem Passiv und dann wieder unter dem Honorativ behandelt.
Lewins grammatikalische Erläuterungen sind klar und präzise, die
von ihm verwendetete Terminologie ist allerdings ohne Kenntnis des Lateinischen
nur schwer nachvollziehbar. Die Beispielsätze werden in rômaji
zusammen mit einer deutschen Übersetzung wiedergegeben.
Bruno Lewins "Japanische Chrestomathie von der Nara- bis zur Edo-Zeit
"erschien 1965 als praktisches Gegenstück zur Grammatik. Sie enthält
66 Textproben vorwiegend aus dem Bereich der schönen Literatur von
der Nara- bis zur Edo-Zeit. Das Werk besteht aus einem Kommentar-Band (Texte
in Rômaji) und einem Text-Band (Kanji); Signatur 810.78-4
Jedes Textbeispiel wird folgendermaßen eingeführt: 1. Titel und
Art des Textes, 2. Entstehungs- und Gattungsgeschichte, Person des Verfassers,
3. Inhalt und Wirkung des Werkes, 4. literarische Form, Sprache und Stil,
5. Text- und Forschungsgeschichte, 6. kurze Bibliographie der Übersetzungen
und Monographien in westlichen Sprachen.
Ikeda
Ikeda Tadashi, seiner Zeit Professor an der Chiba Daigaku, verfaßte
1975 ein Lehrbuch für Studierende, welches sich durch eine systematische
Darstellung der Grammatik und zahlreiche, anschauliche Beispielsätze
auszeichnet. Das Lehrbuch beruht auf der Literatur und Sprache des 10. und
11. Jh., weil Ikeda glaubt, daß Studenten, die mit der Sprache der
Heian-Zeit vertraut gemacht worden sind, später keine Schwierigkeiten
haben werden, sich mit der Literatur anderer Epochen zu beschäftigen.
Die Beispielsätze wurden fast ausschließlich aus dem Ise Monogatari,
dem Makura no Sôshi, dem Genji Monogatari und dem Kokin Wakashû
gewählt. Die Herkunft des Zitats wird in Klammern hinter jedem Satz
angegeben; im Anhang finden sich die Texte als Ganzes mit den Nummern der
jeweiligen Beispielsätze versehen. Es werden durchgehend englische
und japanische Bezeichnungen gewählt; alle Beispielsätze sind
mit Kanji, teilweise mit Furigana versehen.
Ikedas Lehrbuch ist das ausführlichste seiner Art. Im ersten Kapitel
wird die historische Kana-Schreibung vorgestellt. Kapitel zwei behandelt
die Flexion der Verben und Adjektive sowie die Verbalsuffixe. In Tabellen
werden die vormoderne und moderne Flexion gegenübergestellt, z. B.
yodan und godan katsuyô. Zudem gibt es Beispielsätze für
die einzelnen Flexionsstufen mit Übertragungen ins moderne Japanisch
und ins Englische.
Die Verbalsuffixe werden, thematisch angeordnet, auf über 80 Seiten
dargestellt. In einer Tabelle wird zuerst die Flexion des jodôshi
vorgestellt, dann der Anschluß genannt; es folgen die unterschiedlichen
Bedeutungen mit Entsprechungen im modernen Japanisch und Englisch. Danach
gibt es für jede Bedeutung mehrere Beispielsätze mit japanischen
und englischen Übersetzungen; grammatikalische Besonderheiten werden
in Fußnoten erläutert. In Kapitel drei werden honorative Verben
und Hilfsverben, und in Kapitel vier Partikel, Adverben, Präfixe und
Suffixe auf die gleiche Weise ausführlich dargestellt. Das letzte Kapitel
behandelt die Satzstrukturen des klassischen Japanisch.
Komai/ Rohlich
Das Werk von Komai Akira (Nanzen Daigaku) und Thomas H. Rohlich (University
of Iowa) ist als Lehrbuch für den Unterricht an Universitäten
gedacht und kann in einem Semester durchgenommen werden. Solide Kenntnisse
des modernen Japanisch, d. h. schätzungsweise 450 Stunden Japanisch
Unterricht, sind Voraussetzung für die Arbeit mit diesem Lehrbuch.
Als Methode wird empfohlen, daß die Studenten jeweils ein Kapitel
zuhause durcharbeiten und die Übungen vorbereiten sollen; und dann
im tatsächlichen Unterricht die Fragen der Studenten zu den grammatikalischen
Erklärungen sowie die Hausaufgaben besprochen werden sollen. Das Buch
ist zudem als Nachschlagewerk für fortgeschrittene Studenten gedacht.
Komai und Rohlich sind der Ansicht, daß im Bereich der Flexionsklassen
und Verbalsuffixe die größten Unterschiede zum modernen Japanisch
liegen und konzentrieren sich in ihrem Lehrbuch auf diese Themen. Im Bereich
des Vokabulars werden eine Reihe von Begriffen aus der Heian-Zeit eingeführt
und diejenigen Worte besonders hervorgehoben, bei denen es große Bedeutungsunterschiede
zum modernen Japanisch gibt.
Das Lehrbuch beginnt mit einer ausführlichen Darstellung der Flexion
der Verben und Adjektive. Neben den englischen werden immer auch die japanischen
Bezeichnungen für grammatische Begriffe verwendet; als Lateinumschrift
wird das in der Japanologie wenig verbreitete Kunreishiki System verwendet.
Zu allen Beispielsätze gibt es Übersetzungen ins moderne Japanisch
und ins Englische; bei schwierigen Begriffen werden Furigana angegeben,
außerdem gibt es Vokabellisten mit kurzen Erläuterungen in modernen
Japanisch und Englisch.
Der Hauptteil des Werkes besteht aus der Behandlung der Verbalsuffixe, welche
nach Bedeutung geordnet vorgestellt werden. In jedem Kapitel werden zunächst
die wichtigsten Information wie Anschluß, Flexion und Bedeutung eines
Verbalsuffixes genannt. Danach folgt eine Tabelle mit der Flexion des Verbalsuffixes
und Beispielsätze für alle sechs Flexionsstufen. Die unterschiedlichen
Bedeutungen des Verbalsuffixes werden anhand von zahlreichen Beispielsätzen
klar und deutlich erklärt. Es folgen Übungsaufgaben, deren Lösung
im Buch allerdings nicht angegeben wird.
Shirane
Haruo Shirane ist Professor für japanische Literatur an der Columbia Universität und Autor des 2005 erschienen „Classical Japanese. A Grammar“. Das über fünfhundert Seiten umfassende Werk ist sowohl als Lehrbuch wie auch als Nachschlagewerk gedacht und besteht aus fünf großen Abschnitten. Im ersten Teil werden die Flexion der Verben und Adjektive sowie die Verbalsuffixe dargestellt. Teil zwei beschäftigt sichin erster Linie mit den Partikeln und im dritten Teil werden honorative Verben und die Besonderheiten der narazeitlichen Grammatik behandelt. Der vierte Teil enthält eine Reihe von Appendices zu speziellen Themen des klassischen Japanisch. Übungsaufgaben und Tabellen, deren Lösungen im zweiten Heft enthalten sind, schließen das Werk ab.
Shiranes Grammatik ist zweifelsohne das umfangreichste Werk seiner Art. Gleichzeitig ist es das erste Lehrbuch für klassisches Japanisch, welches zusätzlich zu den Übersetzungen der japanischen Beispielsätze eine – wenn auch nur sehr knapp ausfallende – grammatikalische Analyse bringt. Die Tatsache, daß weiterführende Informationen in Form von Exkursen präsentiert werden, macht das Buch auch für Anfänger leicht zugänglich.
Wixted
John Timothy Wixted ist emeriter Professor der Arizona State University, an der er über fünfundzwanzig Jahre lang Chinesisch und Japanisch unterrichtete. Sein „Handbook to Classical Japanese“ legt den Schwerpunkt auf den Erwerb der Verbalsuffixe, die in rund vierhundert authentischen Beispielsätzen aus der klassischen japanischen Literatur behandelt werden. Wixted bringt in der Regel drei Sätze für jede Flexionsform eines Verbalsuffixes; ab und an werden die Beispiele auch nach den unterschiedlichen Bedeutungen angeordnet. Besonders hervorzuheben ist, daß für jeden Satz die genaue Fundstelle in „Nihon Koten Bungaku Taikei“ sowie weitere literarische Übersetzungen in englischer, französischer, deutscher und spanischer Sprache angegeben werden.
Didaktisch sehr gut aufbereitet sind die Kapitel 3 „Which Verbs Belong to Which Conjugations?“, 4 „Principal Uses of the Six Verb-Forms“, 8 „How to unpack Bungo Verbs“ und 13 „Respect Language“ der Einleitung. Erstmals finden sich in einem westlichsprachigen Bungo Lehrbuch auch Erläuterungen zu gleichlautenden Endungen: „Items Easily Confused: Apparent Ambiguity“, „Nari Headaches“ und „Namu/nan Trouble“ (Kapitel neun bis elf der Einleitung).
Ogino Ayako
Mit 206 Seiten ist diese Grammatik die umfangreichste ihrer Art. Anhand zahlreicher Beispielsätze, die mit Hinweisen zu Vokablen versehen, analysiert und ins moderne Japanisch übersetzt sind, werden die unterschiedlichen Bedeutungen der einzelnen Verbalsuffixe und Partikel umfassend dargestellt. Zusätzliche Erläuterungen – miwakeru shikibetsu genannt – helfen, die einzelnen Bedeutungen zu unterscheiden. Übungsaufgaben und Q&A finden sich in allen Kapiteln des Buches und erleichtern so das Selbststudium.
Komachiya Teruhiko
Diese Grammatik zeichnet sich durch ein ausgesprochen übersichtliches Layout und klar und verständlich geschriebene Erläuterungen aus. Die Bedeutungen der Verbalsuffixe und Partikel sowie die Besonderheiten der Höflichkeitssprache werden anhand von authentischen Beispielsätzen erklärt. In den "Dokkai no Pointo" werden zusätzliche Hilfestellungen zum Lesen klassischer Texte gegeben. Außerdem enthält die Grammatik eine Reihe von Übungsaufgaben, deren Auflösung am Ende des Buches gegeben wird.
